Preistransparenzplattform Fernwärme entwickelt sich
23.02.2026 Die von den Verbänden AGFW, BDEW und VKU betriebene „Preistransparenzplattform Fernwärme“ (PTP) soll Verbrauchern einen fundierten Überblick über Preise und Strukturdaten zahlreicher Wärmenetze geben und dadurch Transparenz schaffen. Die Daten auf der Plattform werden monatlich aktualisiert – jetzt gerade wieder zum 23.02.2026 – und zeigen die Dimension und Unterschiedlichkeit der deutschen Wärmenetze: Zum jetzigen Zeitpunkt werden aktuell 698 Teilnetze abgebildet mit einer Netzlänge von rund 26.304 km. Der erfasste Wärmeabsatz beträgt 60.125 Gigawattstunden pro Jahr. Als Signal für den zunehmenden umweltfreundlichen Umbau der Wärmeversorgung gilt der jetzige Anteil von 29 % erneuerbaren Energien.
Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Vorhaben im Wärmerecht steigt die Relevanz der PTP deutlich. Im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie wird derzeit erwogen, eine verpflichtende Teilnahme an der Preistransparenzplattform einzuführen, um flächendeckend mehr Transparenz im Fernwärmemarkt zu schaffen.
Die Verbände haben daher einen Appell an alle Fernwärmeunternehmen gerichtet, sich an der Plattform zu beteiligen, ihre Daten einzubringen und regelmäßig zu aktualisieren. Die bisherigen Erfahrungen mit der freiwilligen Teilnahme zeigten bereits deutlich, dass die Branche bereit sei, Verantwortung zu übernehmen und Offenheit aktiv voranzutreiben. Jede zusätzliche Teilnahme und Datenaktualisierung erhöhe die Aussagekraft der Plattform und stärke die Glaubwürdigkeit der gesamten Branche. Transparenz sei kein Selbstzweck, sondern eine zentrale Voraussetzung für Akzeptanz, Investitionssicherheit und den weiteren Ausbau der Fernwärme im Zuge der Wärmewende. Die Preistransparenzplattform biete dafür den geeigneten Rahmen, sie lebe von der Mitwirkung möglichst vieler Unternehmen.
Der rasch steigende Investitionsbedarf, das sich stark verändernde Marktumfeld sowie die wachsende Aufmerksamkeit von Verbraucherschutz- und Kartellbehörden machen die Fernwärmeversorgung zu einer zunehmend anspruchsvollen Aufgabe. Für Fernwärmeunternehmen erscheint es insbesondere ratsam, die eigenen Preise und Preisregelungen zu überprüfen und erforderlichenfalls anzupassen bzw. die notwendigen Schritte hin zu mehr vertraglicher und preislicher Flexibilität anzugehen. Das Wärmeplanungsgesetz (WPG) verpflichtet zudem die Kommunen, sich bis spätestens 2028 eine Wärmeplanung zu geben. Bis 2045 sollen alle Wärmenetze klimaneutral sein. Insbesondere in den Ballungsgebieten sollen Öl- und Erdgas als Wärmeträger durch die Fernwärme ersetzt werden. Dies erfordert Investitionen in Milliardenhöhe in Wärmeerzeugung und Versorgungsnetze.
– MS –

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