Monitoringbericht 2025
26.11.2025 Das Bundeskartellamt (BKartA) und die Bundesnetzagentur (BNetzA) haben den gemeinsamen Monitoringbericht 2025 zu den Entwicklungen auf den deutschen Strom- und Gasmärkten veröffentlicht. Der Bericht, der in diesem Jahr zum zwanzigsten Mal erscheint, analysiert vor allem die Daten des Jahres 2024 und berücksichtigt bereits relevante Entwicklungen aus dem Jahr 2025. Seit seiner Einführung im Zuge der EnWG-Novelle 2005 soll der Bericht Markttransparenz und Impulse für Wettbewerb, Liberalisierung und Versorgungssicherheit liefern.
2024 konnten Haushalte zwischen 139 Strom- und 108 Gasanbietern wählen. Auf diesen Märkten sei seit über einem Jahrzehnt kein Anbieter mehr als marktbeherrschend anzusehen. Trotz der Herausforderungen der Energiekrise 2022/2023 habe der Markt laut BNetzA seine Widerstandsfähigkeit bewiesen und sich 2024 stabilisiert. Das zeige sich auch am Rückgang der Anteile der Strom- und Gaskunden in der Grundversorgung, die 2024 wieder dem langfristigen Trend folgten. Im Strombereich lag danach der Anteil der Kunden in der Grundversorgung nur noch bei rund 22 %, im Gasbereich sogar bei nur rund 16 %.
Das Vertrauen in funktionierende Marktmechanismen zeigt sich nach Auffassung der Behörden erneut bei den Lieferantenwechseln: 2024 wechselten rund 7,1 Mio. Stromkunden ihren Anbieter – ein Plus von 18 % und ein neues Allzeithoch. Die Wechselquote lag bei rund 14 %, zusätzlich nahmen über 3,3 Mio. Kunden Vertragsanpassungen beim bisherigen Lieferanten vor. Auch im Gasmarkt erreichten die Wechsel mit rund 2,3 Mio. Haushalten einen Rekordwert (Vorjahr 1,8 Mio.). Die Wechselquote betrug etwa 17 %; rund 1,2 Mio. Gaskunden passten ihre Verträge selbständig an.
Preislich zeigte sich im Frühjahr 2025 eine gewisse Entspannung. Haushaltskunden zahlten für Strom durchschnittlich 40,1 ct/kWh und damit etwa 4 % weniger als im Vorjahr und für Gas 12,13 ct/kWh (rund 3 % weniger). Mit der seit 2025 geltenden Pflicht für Stromlieferanten, mindestens einen dynamischen Tarif anzubieten, nehme die Bedeutung flexibler, verbrauchsnaher Produkte laut BNetzA weiter zu.
Auch die Preise für Industrie- und Gewerbekunden sanken. So betrug der Strompreis rund 6 % weniger als der durchschnittliche Vertragspreis des Vorjahres, und im Gasbereich setzte sich der Preisrückgang in der Tendenz ebenfalls weiter fort. Diese Rückgänge sollen ihren Grund vor allem in deutlich niedrigeren Großhandelspreisen und eine hohe Marktliquidität habe. Die teils sehr hohen Preisspitzen während sogenannter Dunkelflauten wurden von BNetzA und BKartA untersucht. Hinweise auf missbräuchliches Verhalten ergaben sich nicht.
Der Bericht beleuchtet auch den tiefgreifenden Wandel in der Stromerzeugung, der zunehmend von erneuerbaren Energien geprägt sei: Im Jahr 2024 stammten bereits 54 % des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Quellen – eine enorme Steigerung gegenüber 2005. Seitdem hat sich der Energiemix nach dem Monitoringbericht deutlich von fossilen und nuklearen hin zu erneuerbaren Quellen verschoben. 2024 ging die Stromproduktion aus Braunkohle um 9 % und aus Steinkohle um 30 % zurück – bedingt durch Kraftwerksstilllegungen, den weiteren Ausbau der Erneuerbaren und niedrige Gasgroßhandelspreise. Deutlich zugenommen habe die Stromerzeugung aus Solarenergie (+18,6 %), Wasserkraft (+13,3 %) und Offshore-Wind (+9,4 %), während Onshore-Wind infolge eines windärmeren Herbstes 2024 um 3,3 % zurückging.
Bei der konventionellen Stromerzeugung haben die fünf größten Unternehmen einen gemeinsamen Anteil von rund 55 %. RWE bleibt Marktführer. Die Veränderungen am Gasmarkt zeigen grundlegende Veränderungen. Nach dem Wegfall russischer Pipelineimporte fungiere Deutschland heute als wichtiger europäischer Import-Hub, mit stärkerer Ausrichtung auf LNG und Lieferungen aus Nordeuropa. Anders als im Vertrieb bleibt die Marktkonzentration bei den Gasspeichern weiterhin sehr hoch.
– BKartA / BNetzA –


Drucken