Preisgleitklauseln in Zeiten volatiler Märkte und fortschreitender Dekarbonisierung – Überlegungen zur Kostenschlüsselung
Wirt.-Ing. Lennard Wissing, M.Sc./B.Sc. Wirtschaftsingenieurwesen, Katja Rösch, M.Sc. Management and Technology, München und RAin Martina Weber-Raab, Nürnberg[1]
Volatile Brennstoffmärkte, steigende regulatorische Anforderungen und der politische Druck zur Dekarbonisierung setzen Fernwärmeversorger derzeit gleich an mehreren Fronten unter Druck. Vor allem hohe und schwankende Brennstoffpreise stellen den wirtschaftlichen Betrieb von Fernwärmenetzen auf die Probe. Zugleich stoßen zahlreiche Preisgleitklauseln an ihre Grenzen, weil überholte Kostenschlüsselungen die tatsächlichen Erzeugungskosten nicht mehr sachgerecht abbilden. Gerade in der Kraft-Wärme-Kopplung entscheidet die Aufteilung der Gemeinkosten auf Strom und Wärme maßgeblich über die Höhe des Wärmepreises, weshalb auch die Rechtsprechung strenge Anforderungen an ihre Kostenorientierung stellt. Der Beitrag ordnet die praxisrelevanten Verfahren zur Kostenschlüsselung ein, erläutert ihre jeweiligen Stärken und Schwächen und zeigt, welche Überlegungen bei der Auswahl der passenden Methode zu berücksichtigen sind. So entsteht die Grundlage für Wärmepreise, die zugleich wirtschaftlich tragfähig und rechtssicher sind.
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